Emanuel Wöhrl Stiftung

Musiktheater für die ganze Familie mit dem Emanuel Taler

Logo Emanuel Taler, ein Projekt der "Die junge MET" Stadttheater Fürth und Emanuel Wöhrl StiftungSeit einem Jahr bieten das Theater Pfütze und das Stadttheater Fürth zeitgenössisches Musiktheater für junge Menschen in der Metropolregion an. „Die jungeMet“ steht für neue Kompositionen, neue Libretti und künstlerisch hochwertige Inszenierungen mit den Mitteln des modernen Kinder- und Jugendtheaters. Die Kooperation wurde von Anfang an maßgeblich von der Emanuel Wöhrl Stiftung unterstützt.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass Sie mit der neuen Theatersparte Kinder und Erwachsene aus allen sozialen Schichten erreicht werden sollten. Um Familien aus prekären sozialen Verhältnissen einen gemeinsamen Besuch der Vorstellungen und somit Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen, errichtete die Stiftung im März 2012 den Hilfsfonds Emanuel Taler. Der Emanuel Taler ermöglicht Inhabern des Nürnberg Passes und des Fürther Sozialpasses freien Eintritt zu allen Vorstelllungen der jungenMET.

Hier galt es nicht nur das Angebot bereitzustellen, sondern auch die betroffenen Familien zum Theaterbesuch zu motivieren. Die Sozialdienste der Stadt Nürnberg und andere Einrichtungen der sozialen Arbeit haben sich bereit erklärt, im Gespräch auf die Vorstellungen hinzuweisen und Gutscheine und Eintrittskarten zu verteilen. Teilweise werden Kinder und Eltern sogar bei ihrem ersten Theaterbesuch von Familienbetreuern begleitet. Das Theater Pfütze ist beständig dabei, dieses Netzwerk auszubauen.

Kooperation mit Schulklassen
Ein weiteres Ziel der jungenMET ist die Förderung einer engen Zusammenarbeit des Theater Pfütze mit Schülerinnen und Schülern aus sogenannten „Brennpunktschulen“ über einen längeren Zeitraum hinweg. Jeweils eine Schulklasse begleitet die Produktionen und das Ensemble von der Entwicklung des Stückes bis zur Premiere. Zeitgleich entwickeln sie gemeinsam mit der Theaterpädagogin den Künstlern und den Lehrkräften eine eigene Produktion, die sie dann auf der Bühne des Theaters vorstellen.

Ein leistungsfreier Raum, in dem sich die SchülerInnen selbst erleben und andere Menschen wahrnehmen können.
Die erste Produktion der jungenMET – der starke Wanja – wurde unter Anleitung der Theaterpädagogin, von Schülerinnen und Schülern einer Nürnberger Hauptschule begleitet.

Viele Mädchen und Jungen aus dieser Schule stammen aus Familien mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernem Elternhaus. Sie haben selten Zugang zu kulturellen Angeboten, sei es aus finanziellen oder persönlichen Gründen. Gerade hier will das Theater mit Unterstützung der Emanuel Wöhrl Stiftung, aktiv auf die SchülerInnen zugehen und Vorurteile gegenüber kulturellen Veranstaltungen abbauen.

Kooperation Theater und Schule – was heißt das?
Die kooperierende Schule wählt eine Klasse oder Gruppe aus, die einmal wöchentlich über ein Schujahr hinweg in den Schulräumen probt. Die SchülerInnen lernen in der Gruppe zu arbeiten, bekommen Stimmbildung und Schauspieltraining, erlernen Körperarbeit und kreatives Schreiben. Mit Hilfe von professionellen Theatermachern und Lehrern erarbeiten sie in dieser Zeit ein eigenes Stück.
Das Theater bietet parallel einen Einblick in die Theaterarbeit des aktuellen jungeMET-Stückes.
Die Klassen besuchen die Proben, tauschen sich mit den Künstlern aus und holen sich Tipps für das eigene Stück. Höhepunkt für die SchülerInnen ist die Premiere des Stückes auf der professionell ausgestatteten Bühne des Theater Pfütze.

Schüler einer Nürnberger Hauptschule entdecken sich selber neu
Die anfängliche Skepsis der SchülerInnen gegenüber der Theaterwelt wurde schnell durch die Besuche der Proben zu „Der starke Wanja“ im Theater Pfütze in Neugier umgewandelt. Der persönliche Kontakt zu den Schauspielern und der Regisseurin eröffnete den SchülerInnen eine Vorstellung der künstlerischen Arbeit. Durch die Möglichkeit, Fragen persönlich an die Künstler zu richten wurde die „Kluft“ zwischen Hochkultur und Brennpunktschule aufgehoben.
Für viele SchülerInnen war es der erste Besuch in einem Theater.

Das selbst entwickelte Theaterstück bot den SchülerInnen die Möglichkeit sich einmal selbst auf der Bühne auszuprobieren. Die Theaterarbeit schulte die Ausdruckfähigkeit und regte die Auseinandersetzung mit künstlerischen Prozessen und sich selbst an.Die Jungen und Mädchen berichteten nach den Proben von neuen Momenten der Selbstwahrnehmung. Eine Schülerin sagte „Ich hätte niemals gedacht, dass ich so laut schreien kann“ oder ein Schüler, der die Vaterrolle auf der Bühne übernahm, wunderte sich über sich selbst und sagte „Ich glaube, ich bin ein strenger aber guter Vater auf der Bühne“.

Theatertraining, Schulung des Körper- und Stimmbewusstseins – die Schultheaterproduktion wuchs von Woche zu Woche. In der Endprobenphase mussten Extra- und Einzelproben auch in der Freizeit angesetzt werden, für die engagierten SchülerInnen kein Problem. Auch die Eltern zeigten grossen Einsatz: Ohne ihre Unterstützung im Bereich der Kostüme und Ausstattung wäre das Ergebnis nur „halb so schillernd“ ausgefallen.

Schülerpremiere auf der Bühne des Theater Pfütze – vor internationalem Publikum!
Die Premiere im ausverkauften Theater Pfütze war ein voller Erfolg. Eltern, Lehrer, Verwandte – alle waren von dem Ergebnis der harten Theaterarbeit überzeugt. Das Publikum setzte sich aus mindestens fünf verschiedenen Nationen zusammen. Für viele war dies der erste Besuch in einem Theater. Auch wenn manche Besucher aufgrund von Sprachschwierigkeiten dem Stück nicht immer folgen konnten, vermittelte sich ihnen die positive Energie und der Spaß, den die SchülerInnen auf der Bühne ausstrahlten.
Für die SchülerInnen war dieser Auftritt DAS große Erlebnis am Ende des Schuljahres. Lampenfieber und Gänsehaut kurz vor der Vorstellung haben die Gruppe nochmals enger zusammengeschweißt.

Theaterarbeit entwickelt soziale Kompetenzen
Im Unterschied zu den Bildenden Künsten ist Theater ein kollektiv erlebtes und diskutiertes Ereignis, bei dem immer auch eine Auseinandersetzung mit der Umwelt stattfindet: Ob ästhetische Urteilsfähigkeit, Selbstreflexion oder kulturelle und politische Handlungsfähigkeit – diese theaterpädagogischen Angebote haben die Möglichkeiten zur freiwilligen Aneignung und aktiven Umsetzung der heute geforderten Kompetenzen geboten – und die SchülerInnen haben sie dankend angenommen.
Ute Sander-Keller / Pressestelle Theater Pfütze
Zeitgenössisches Musiktheater für junge Menschen in der Metropolregion
Eine Kooperation von Theater Pfütze mit dem Stadttheater Fürth.
Maßgeblich gefördert von der Emanuel Wöhrl Stiftung

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