Emanuel Wöhrl Stiftung

Neuigkeiten und Weihnachtsgrüße aus dem Emanuel Center in Kenia – Brief von Schwester Luise

Meine Lieben in der Heimat!

Vor einigen Tagen kam Kapitän Claus Harder mit seiner Familie vorbei. Er fliegt eine Lufthansa Cargo-Maschine von Frankfurt nach Nairobi. Sie brachten uns so viele gute Sachen: Deutsche und Bayerische Schmankerl, Schulsachen für die Kinder und Kleidung. All das hat uns sofort in die Vorweihnachtsstimmung versetzt.
Darum fällt es mir leicht, meinen Weihnachts-Rundbrief zu schreiben.

Frohe, gesegnete Weihnachtstage wünsche ich Euch allen. Die Weihnachtsfreude soll Euch mit neuer Energie füllen, damit Alle, die um Euch herum sind, glücklich und froh gestimmt werden. Möge Gott Euch viel Liebe und innere Kraft bescheren, damit Ihr gesund und munter in das Neue Jahr 2011 hineingeleiten könnt.
Das ist mein Gebet für Euch Alle.

Hier in Kenya hat uns das Jahr 2010 viele frohe Stunden gebracht.
Gott hat uns, durch Sie, reichlich beschenkt mit vielen guten Gaben und Spenden. Wie können wir es Ihnen danken? Nur durch unser Gebet für alle Ihre Anliegen.
Das tun wir.

Wir konnten einen neuen Tiefbrunnen von 180m graben. Das verdanken wir Frau Dagmar Wöhrl und einer guten Spenderin, Dominic Armbrüster, nach der wir den Brunnen „Dominic WeIl“ nennen werden. Das Drilling  hat unseren Hof in ein Schlammmeer versetzt. Es war zum Fürchten, was da alles aus der Tiefe der Erde herausgespuckt wurde. Seit gestern haben wir nun wieder Wasser.
Das ist wirklich eine Wohltat.

Das neue Projekt auf dem 3,70 ha Land beginnt diesen Monat November. Es wird eine Gewerbeschule mit Ackerbau. Es wird St. Dominic- TATI heißen, Technical and Agricultural Institute. Es ist ein großes Projekt. welches von Rotary Germany und USA und auch vom Deutschen BMZ unterstützt wird. In Juja-East haben wir schon eine kleine Farm mit 2 Kühen, einigen Hühnern, Gänse, Enten und Truthühner. Es ist auch eine Bäckerei dabei. Somit haben wir nun unser eigenes Brot, unsere eigene Milch und bald auch Eier und Hühnerfleisch für die 113 Waisenkinder, die dort im St. Marien-Kinderheim wohnen.

Am 19.09.2010 hatten wir ein grosses Fest. Es war die feierliche Einweihung unserer Volkschule, dem Kinderheim und dem Altersheim mit Bauernhof. Es kamen 10 unserer großen Sponsoren und zum Dank für ihre unermüdliche Hilfe im Aufbau unserer Projekte, haben wir unsere Gäste aus Deutschland zu Kikuyu Ehrenhäuptlinge gemacht, und dementsprechend eingekleidet, sowie mit Schild und Speer ausgerüstet, wie es hierzulande üblich ist.

Nun hoffen wir, dass wir bald selbständig sein werden, und nicht mehr so viel betteln müssen. In unseren 2 Bäckereien können wir schon etwas Brot verkaufen und unser Solarlampen-Betrieb findet auch guten Anklang, wir sind nur noch etwas langsam in der Produktion.
Aber es wird schon werden.

Dies ist nun die Zeit, wo alle unsere Schulkinder dem End-des-Jahres-Examen entgegenfiebern. Die Sudanesen sind voller Angst und Unsicherheit, weil sie vor einer großen Volksabstimmung am
9.01.2011 stehen. Es geht um die Entscheidung, ob Nord und Süd-Sudan gespalten werden soll, oder ob sie beisammen bleiben. Die Muslimische Regierung will eine Spaltung nicht so leicht hinnehmen, so befürchtet man, dass es wieder zu einem Krieg kommen kann. Wir beten, dass das nicht der Fall sein wird. Die Flüchtlingsarbeit ist keine leichte Angelegenheit und hat mir viel Nerven gekostet.
Ich will es bis 2014 zu Ende bringen und nicht noch einmal anfangen.

Mit unseren 4 kleinen Waisen, die so 1 1/2 bis 2 1/2 Jahre alt sind, haben wir viel Spaß und Freude. Es ist schön zu sehen wie sie wachsen und gedeihen. Die kleine Michelle lässt nicht los von ihrer
Milchflasche. Sie zieht sie überall mit herum. Die Hunde kommen und lecken daran, und bevor man sie ihr wegnehmen kann, hat sie den Schnuller schon wieder im Mund. Gott sei Dank, sind unsere Kinder hier nicht empfindlich und vertragen viel Schmutz ohne krank zu werden. Ich kann es gar nicht glauben, dass die Babies, die wir als erste Waisen 2005 in St. Monika aufnahmen nun schon eingeschult werden in die erste Klasse, im Januar 2011.

Nochmals die besten und herzlichsten Wünsche zu Weihnachten und fürs Neue Jahr  2011.

Euere sehr dankbare,
Sr.  A. Luise  O.P.

Neuigkeiten und Weihnachtsgrüße aus dem Emanuel Center in Kenia – Brief von Schwester Luise

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